



Leitungen in der Filomuro-Türwand: Rohre und Dosen
Bei einer klassischen Tür liegt die Zarge auf der Wand auf und verzeiht fast jede verdeckte Leitung. Bei Filomuro kehrt sich die Logik um: Die Zarge aus stranggepresstem Aluminium sitzt in der Wandstärke und wird mit Ankern gehalten, die alle 50 cm senkrecht 60-80 mm tief ins Material greifen. Alles, was in diesem Volumen liegt, findet der Bohrer. Nachfolgend die Zone, die frei bleiben muss, die Abstände je Gewerk und die drei Prüfungen vor der Bestellung.
Die Ankerzone ist Sperrzone
Eine Filomuro-Zarge liegt nicht auf der Wand auf, sie verankert sich darin. Je senkrechtem Pfosten kommen mindestens drei Anker im Abstand von etwa 50 cm, im Mauerwerk als Chemiedübel oder Stahlwinkel mit 60-80 mm Einbindetiefe. Rechnet man das 75 mm starke Zargenprofil und die 30 mm Randzone je Seite hinzu, ergibt sich rund um die Öffnung ein durchgehendes Volumen, in dem nichts anderes Platz hat.
Der Unterschied zur gewöhnlichen Tür ist der fehlende Korrekturspielraum. Bei einer klassischen Zarge verschiebt man den Dübel um 10 cm, wenn man eine Dose trifft, und die Bekleidung deckt es ab. Filomuro hat keine Bekleidung und kein „etwas weiter": Die Ankerposition gibt die Profilgeometrie vor, und der Putz läuft durchgehend von der Wand auf die Zarge. Eine Dose, die in die Rohbauöffnung ragt, lässt sich nur durch Aufstemmen der Wand und Umverlegen beheben.
Deshalb gehört die Abstimmung mit Elektriker und Installateur in dasselbe Gespräch wie die fertige Wandstärke, nicht in die Zeit nach dem Aufmauern. Beides sind Planungsentscheidungen, keine Baustellenentscheidungen.
Mindestabstände je Gewerk
Die folgenden Werte werden ab Kante Rohbauöffnung gemessen, also Blatt plus 70 mm in der Breite und 40 mm in der Höhe, nicht ab der sichtbaren Kante der fertigen Tür. Es sind Planungsabstände, keine theoretischen Grenzwerte: darunter bleibt die Montage möglich, das Risiko eines Wandeingriffs steigt aber sprunghaft.
| Installation | Mindestabstand zur Öffnung | Empfohlene Führung | Folge bei Missachtung |
|---|---|---|---|
| Schalter- oder Steckdose | 150 mm seitlich | Nachbarwand oder jenseits der Ankerzone | Dose vom Dübel zerstört, Leitung neu verlegt |
| Senkrechte Leitung im Rohr | 200 mm seitlich | Senkrecht, außerhalb der Öffnungskontur | Kabel durchbohrt, Kurzschluss beim Einschalten |
| Waagrechte Leitung unter der Decke | 150 mm über dem Sturz | Über den Sturz, nie hindurch | Leitung beim Ausschneiden der Öffnung gekappt |
| Wasserleitung PPR oder PEX | 250 mm seitlich | Gegenüberliegende Wand oder Umweg im Estrich | Haarriss unter Putz, langsame Durchfeuchtung der Zarge |
| Heizungsvor- und -rücklauf | 250 mm seitlich | Unter dem Estrich, nicht durch die Türwand | Wärmedehnung überträgt sich, ungleichmäßige Fuge |
| Abwasserrohr Ø50-110 mm | Nicht in der Türwand | Eigener Schacht oder Installationswand | Zu geringe Stärke, die Zarge passt nicht mehr |
| Planungsregel | 250 mm frei rundum | Zone allein für die Zarge reserviert | Montage ohne Wandeingriff |
Wer sich nur eine Zahl merken will, merkt sich 250 mm frei rundum die Öffnung. Das deckt Elektro, Sanitär und die Toleranz beim Anreißen ab. Der Rest der Tabelle wird erst relevant, wenn die Wand knapp ist und um jeden Zentimeter verhandelt wird.
Elektroleitungen: wo die Kabel tatsächlich laufen
In einer üblichen Wohnung sitzt der Raumschalter 10-15 cm neben der Zarge, 90-105 cm über dem Boden. Genau diese Position kollidiert mit den Filomuro-Ankern. Die Lösung ist nicht, auf den Schalter zu verzichten, sondern ihn zu versetzen: entweder auf die senkrecht anschließende Wand, 20-30 cm von der Ecke, oder auf dieselbe Wand, aber mindestens 150 mm von der Öffnungskante entfernt.
Die Zuleitung steigt senkrecht von der Dose zur waagrechten Trasse unter der Decke und läuft über den Sturz. Nicht durch den Sturz und nicht neben dem Zargenpfosten. Bei raumhohen Türen, wo kein Sturz mehr vorhanden ist, wandert die waagrechte Trasse vollständig auf die Nachbarwand oder in den Estrich.
LED-Bänder und Lichtprofile entlang der Tür verlangen dieselbe Disziplin. Sie sind machbar und werden im gewerblichen Bereich regelmäßig ausgeführt, ihre Einspeisung umgeht aber die Öffnungskontur und tritt seitlich ein, hinter dem letzten Anker. Dieses Detail wird gezeichnet, nicht vor Ort improvisiert.
Wasser, Abwasser und Heizung: warum das schwerer wiegt
Ein Elektrofehler zeigt sich sofort: Die Sicherung fällt beim ersten Einschalten und die Leitung wird bei noch offener Wand erneuert. Ein von einem Chemiedübel gestreiftes Rohr verhält sich anders. Der Riss ist haarfein, das Wasser wandert monatelang in den Putz, und das erste Anzeichen ist ein Feuchtefleck neben der Zarge, lange nach Anstrich und Abnahme.
Die Folge ist bei Filomuro gravierender als bei einer klassischen Tür, weil die Feuchte direkt in die Kontaktzone zwischen Profil und Mauerwerk gelangt. Die Aluminiumzarge quillt nicht, aber der Mörtel ringsum verliert die Haftung und die umlaufende Fuge beginnt zu arbeiten. Die Instandsetzung erfordert den vollständigen Ausbau der Zarge.
Beim Abwasser liegt das Problem nicht in der Nähe, sondern im Platz. Ein Rohr mit Ø110 mm braucht eine dickere Wand als das fertige Mindestmaß von 100 mm, das Filomuro voraussetzt. Beides passt unabhängig vom waagrechten Abstand nicht in dieselbe Wand; der Versuch endet entweder in einer örtlich aufgedoppelten Wand, im Streiflicht sichtbar, oder in einer Tür, die sich nicht einbauen lässt.
Trockenbau oder Mauerwerk: wie sich die Regeln ändern
Der Untergrund ändert nicht die Abstände, sondern was sich zu welchem Preis korrigieren lässt. Bei Trockenbau gegenüber tragendem Mauerwerk ist die Eingriffslogik völlig verschieden.
Im Gipskarton bleiben die Trassen bis zuletzt sichtbar: Solange nicht beplankt ist, sieht man jedes Rohr und jede Dose und versetzt sie in Minuten. Dieser Vorteil verschwindet mit der Beplankung schlagartig, denn eine spätere Korrektur bedeutet Abnehmen der Platten über die volle Wandbreite, nicht nur örtlich. Hinzu kommt, dass die Konstruktion um die Öffnung bereits mit verstärkten UA-Profilen verdoppelt ist und genau den Raum belegt, den der Elektriker für senkrechte Trassen nutzen würde.
Im Mauerwerk werden die Trassen geschlitzt und mit Mörtel geschlossen. Nach dem Verputzen sind sie unsichtbar, bleiben aber örtlich vergleichsweise leicht zu ändern: einen Streifen aufstemmen, Rohr versetzen, schließen. Die Kosten liegen im Hunderter-, nicht im Tausenderbereich. Das eigentliche Risiko im Mauerwerk ist ein anderes: Der Installateur schlitzt, nachdem der Maurer die Öffnung ausgespart hat, ohne die Zargenmaße zu kennen, und führt das Rohr genau auf der Achse der künftigen Anker.
Drei Prüfungen vor der Bestellung
Es braucht keine Spezialausrüstung, sondern drei Schritte in der richtigen Reihenfolge.
- Fotos der offenen Wand. Vor Putz oder Beplankung jede Wand mit Türöffnung fotografieren, mit einem im Bild ausgezogenen Bandmaß als Maßstab. Sie sind der einzige verbleibende Nachweis der tatsächlichen Trassen und bei der Montage mehr wert als der Installationsplan.
- Installationsplan über den Tischlerplan legen. Beide Zeichnungen landen selten auf demselben Schreibtisch. Übereinanderlegen und die Öffnungskontur plus 250 mm je Seite markieren. Jede Trasse, die in diesen Rahmen läuft, wird jetzt verlegt, auf dem Papier.
- Abstimmung mit dem Monteur vor der Bestellung. Die Öffnungsmaße werden nach dem Estrich bestätigt, zusammen mit dem Montagezeitpunkt im Bauablauf. Dasselbe Gespräch klärt auf Nachfrage auch die Ankerpositionen.
Was tun, wenn die Leitung schon in der Wand liegt
Das ist bei Sanierungen der Regelfall: Die Wand steht, die Trassen wurden vor zwanzig Jahren ohne Plan verlegt. Es gibt drei Wege, nach Kosten geordnet.
Der erste ist die Umverlegung. Örtlich aufstemmen, die Öffnungskontur mit neuem Rohr umgehen, schließen. Für einen Stromkreis sind das 40-100 EUR und ein Arbeitstag; für eine Wassersteigleitung 120-235 EUR und zwei Tage, bei gemeinsamer Steigleitung mit Wasserabstellung für den ganzen Strang.
Der zweite ist das Versetzen der Öffnung. Wo die Wand es zulässt, löst eine Verschiebung der Tür um 20-30 cm den Konflikt, ohne die Leitung anzufassen. Das kostet nur Mauerwerk und Putz, ändert aber die Raumgeometrie und wird auf Projektebene entschieden, nicht vom Monteur.
Der dritte, wenn die Abwassersteigleitung genau in der gewünschten Achse liegt, ist der Verzicht auf Filomuro an dieser Öffnung. Das ist eine legitime Entscheidung: Nicht jede Tür einer Wohnung muss unsichtbar sein, und eine gemeinsame Steigleitung wird nicht versetzt. Die übrigen Abstimmungsdetails, auch was in die Ausschreibung gehört, stehen im Leitfaden zu den technischen Spezifikationen für Architekten.
Lässt sich eine Steckdose direkt im Filomuro-Türblatt montieren?
Nein. Das Blatt hat einen umlaufenden Rahmen aus stranggepresstem Aluminium und einen Sandwichkern; jeder Ausschnitt für eine Dose zerstört die Steifigkeit und führt mit der Zeit zum Verzug. Zudem wäre eine flexible Leitung durch das Band nötig, was bei einer Innentür nicht zu rechtfertigen ist. Steckdosen und Schalter gehören an die Wand, mindestens 150 mm von der Öffnungskante entfernt.
Wie finde ich Rohre in einer bereits verputzten Wand?
Ein handgeführtes Metall- und Spannungsortungsgerät findet stromführende Kabel und Metallrohre auf wenige Zentimeter genau, was für eine Planungsentscheidung reicht. PPR- oder PEX-Rohre mit Kaltwasser findet es nicht, sie sind für das Gerät praktisch unsichtbar. Dafür bleiben nur die Thermografie mit warmem Wasser im Kreis oder Fotos, die vor dem Verputzen entstanden sind.
Was passiert, wenn die Dose 5 cm neben der Zarge sitzt?
Das hängt davon ab, ob die Wand noch offen ist. Bei offener Wand werden Dose und Trasse am selben Tag versetzt, nahezu kostenfrei. Bei fertiger Wand hat der Monteur zwei Möglichkeiten: den Anker auf Höhe der Dose auslassen und mit je einem zusätzlichen darüber und darunter ausgleichen, sofern die Geometrie es zulässt, oder örtlich aufstemmen. Die erste Variante ist nur zulässig, wenn je Pfosten mindestens drei Anker verbleiben.
Dürfen Kabel im Aluminiumprofil der Zarge verlaufen?
Nicht im tragenden Profil. Die Kammern des Strangpressprofils sind auf Steifigkeit und auf die Bandmechanik ausgelegt, nicht auf Installationen, und ein eingeschobenes Kabel blockiert die Bandverstellung in allen drei Achsen. Für Zubehör mit echtem Strombedarf, etwa umlaufende LED-Profile, tritt die Leitung seitlich ein, außerhalb der Ankerzone, durch einen ab Werk auf Bestellung vorgesehenen Kanal.
Eine Wand wird einmal geplant, und eine Filomuro-Tür wird auf ihre tatsächlichen Maße bestellt. Wenn Sie Installations- und Tischlerplan zur Hand haben, bringen Sie beide in unseren Showroom in Bukarest, Bulevardul Dacia 153-155, und wir legen sie vor der Bestellung gemeinsam übereinander. Die Prüfung dauert eine Viertelstunde und ist der einzige Moment, in dem das Versetzen einer Dose noch nichts kostet.
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